Vampirgruft



2. TV-Serie, 1993
Die Copyrights der Fotos liegen beim WDR & Polyphon
 

Fernsehserie in 13 Teilen (Serienfortsetzung) nach den Büchern "Der kleine Vampir verreist" und "Der kleine Vampir auf dem Bauernhof" von Angela Sommer-Bodenburg.
- Coproduktion von Polyphon, WDR u.a. Drehbuch: Sabine Thiesler, Regie: Christian Görlitz
- Erstausstrahlung: 05. Dezember 1993 in der ARD
- 12 der 13 Serienfolgen sind als Kaufvideo erschienen (ausverkauft)
- 2004 erschienen alle 13 Folgen auf DVD



- Titelsong: "Schlotterstein-Hymne", gesungen von "Die Prinzen"
- Drehorte: Düsseldorf, Wuppertal, Mönchengladbach, Xanten, Köln, Duisburg, Hamburg, Verviers / Belgien (hier befindet sich der Friedhof, auf dem die Außenaufnahmen gedreht wurden)

Fotos vom Drehort

Fotogalerie

Musik: Die kompletten Sounds der Serie wurden von (Jo)Achim Hagemann komponiert, so auch das klassische Orgelstück, welches Annas Vater in der Folge "Der unheimliche Organist" in der Kirche spielt. Falls die Sendung noch jemand kennt: Achim Hagemann war jener, der bei Hape Kerkelings ehemaliger Show "Total Normal" immer am Klavier saß. Hape selbst hat für die Serie folgende Songs gesungen: "Prolog",  "Wo ist er?", "Geiermeier". Achim Hagemann sang u.a. bei "Wo ist er?", "Schlottersteinhymne" (Filmversion mit Lena Beyer & Jan Steilen) und "Manchmal" mit. Die Songs "Darum" und "Du allein" wurden gesungen von Lena Beyer, "Müde" von Inga Humpe, "Wunderschön" von Frank Niggemann und "Der schönste Platz" von Arndt Gothe. Alle Songs sind auf einem (inzwischen ausverkauften) MC- und CD-Sampler erschienen, die "Schlotterstein-Hymne" zudem als MCD.

Weitere Infos: WDR-Fernsehen Köln, III.Hagen, D-45127 Essen

In den Hauptrollen:
Rüdiger, der kleine Vampir - Jan Steilen
Anna - Lena Beyer
Lumpi - Andreas Nickl
Tante Dorothee - Angelika Milster
Ludwig der Fürchterliche - Dietrich Mattausch
Geiermeier - Marian Labuda
Stöbermann - Dominique Horwitz

Anton Bohnsack - Matthias Ruschke
Helga Bohnsack - Nadja Engelbrecht
Robert Bohnsack - Peter Lohmeyer  

 


Ein persönlicher Kommentar zur Serie

Geschmäcker sind ja bekanntlich (und zum Glück!) verschieden.

Ich bin durch die Bücher von Angela Sommer-Bodenburg sowie über die erste Fernsehserie von 1985 zum kleinen Vampir gekommen, und diese hat mich stets begleitet. Von daher bedeutet mir die erste TV-Staffel sehr viel und trägt für mich einige Erinnerungen in sich. Die technischen Möglichkeiten und Tricks waren damals zwar noch nicht so ausgereift wie heute - aber wenn ich bedenke, dass nahezu die komplette 1. Serie im Studio und in einer umgebauten Lagerhalle in Edmonton / Kanada gedreht wurde (auch Teile der scheinbaren Außenaufnahmen des Friedhofes), dann ist die Umsetzung meiner Meinung nach doch sehr gelungen.
Obwohl sich auch die 1985er Serie berechtigte Kritik gefallen lassen muss (so hat man z.B. die Vampirfamilie und deren Verwandtschaftsverhältnis aus der Buchvorlage verändert sowie den in den Büchern bereits verstorbenen Onkel Theodor wieder "zum Leben erweckt"), wurde die Handlung dennoch liebevoll inszeniert und die Freundschaft zwischen dem kleinen Vampir Rüdiger von Schlotterstein und seinem Menschenfreund Anton Bohnsack glaubhaft dargestellt.

"Der kleine Vampir - Neue Abenteuer" (1993) war zum Zeitpunkt der Erstausstrahlung mit einem Budget von 10 Millionen DM die teuerste je in Deutschland produzierte Kinderserie. Meine diesbezüglichen Erwartungen konnte sie jedoch leider nicht erfüllen.
Denn auch, wenn für die 2. Serie viel getan wurde und sie einige gute Aspekte vereint (z.B. reale & passende Drehorte, wie auch die im Gegensatz zur Serie aus der 80ern erweiterte Vampirfamilie usw.), empfinde ich persönlich diverse (für mich elementare Dinge) nicht sonderlich gelungen.

Die Geschichte und die Dialoge sind meines Erachtens in der 2. Serie zum Teil  etwas unrealistisch umgesetzt. Zwar wurde versucht mehr Komik einzubauen, aber irgendwie  wirkt vieles auf mich einfach "aufgesetzt" und "künstlich".
Ebenso fehlt der Handlung manchmal die Wirklichkeitsnähe, wodurch sie unglaubhaft wird. Zum Beispiel "stürmt" Geiermeier einfach mal so die Wohnung - oder genauer gesagt in das Schlafzimmer - der (ihm fremden) Familie Bohnsack. Auch, dass Anton mit Badehose in die Badewanne steigt, ist nicht sonderlich lebensnah. Da hätte man besser nur Antons Oberkörper filmen sollen oder diese Szene ganz weggelassen, anstatt sie so umzusetzen. Alles in allem macht die 2. Serie auf mich oftmals einen unechten Eindruck.

Mein Hauptkritikpunkt an der Serie betrifft jedoch den kleinen Vampir Rüdiger selbst - oder besser gesagt die Art und Weise, wie dessen Verhalten und Wesenszüge in der 2. Staffel charakterisiert werden. Wenngleich die schroffe und unfreundliche Darstellung Rüdigers (wie mir erzählt wurde) nicht Jan Steilen anzulasten ist, sondern der Wunsch des Regisseurs war. Doch in meinen Augen ist der Regisseur damit übers Ziel hinausgeschossen, denn Rüdigers oft mürrisches, rotzfreches und egoistisches Verhalten macht ihn in dieser Serie schlichtweg ein Stück weit unsympathisch. Und ein Grundinhalt der Bücher, nämlich Zusammenhalt und vor allem FREUNDSCHAFT, geht dabei leider ziemlich verloren. So patzig und barsch, wie sich der kleine Vampir in "Neue Abenteuer" stellenweise aufführt, fragt man sich, warum Anton sich das gefallen lässt und warum er überhaupt mit ihm befreundet ist. Zwar zeigt Rüdiger auch in den Büchern manchmal solche Eigenarten, jedoch nicht in solch einem Ausmaß. Noch dazu geschieht dies in der Buchvorlage nicht in solch einer Permanenz wie in der zweiten Serie, sondern mit einem Hintergrund und aus der Handlung resultierend (z.B. wenn Rüdiger stark erscheinen will und mit dieser - manchmal auch gespielten - Stärke zeigen möchte, dass er trotz seines für immer kindlichen Aussehens über eine langjährige "Lebens"-Erfahrung als Vampir verfügt).

Sicherlich Geschmackssache und zweifelsohne mitunter auch davon abhängig, mit welcher der beiden Serien man aufgewachsen ist - aber die Darsteller der ersten Serie (Gerd Fröbe in der Rolle des Vampirjägers Geiermeier, Joel Dacks als Rüdiger oder Jim Gray alias Lumpi) sind für mich persönlich nun mal absoluter Kult und kaum zu übertreffen.
Optisch und mit ihrer liebevoll wirkenden Art, wurde mit Lena Beyer (als Rüdigers Schwester Anna) für Marsha Moreau (der ersten Anna-Darstellerin) aber eine "würdige" Nachfolgerin gefunden. Lena füllte die Rolle sehr gut aus und verstand es, ihr Gefühle für das Menschenkind Anton glaubhaft und realistisch darzustellen.

Wiederum eine Frage des persönlichen Geschmacks, aber für mich kommt auch das La-la-la-Lied "Schlottersteinhymne" von "Die Prinzen", welches für die 2. Serie zum Einsatz kam, keinesfalls an die atmosphärische Tiefe des Titelsongs "They can see in the dark" der ersten TV-Serie heran.

Wie gesagt, das ist lediglich meine persönliche Meinung. Egal welche Serie jemandem nun besser gefällt oder nicht - im Grunde ist das ja ziemlich egal. Hauptsache es lässt sich niemand den Spaß am kleinen Vampir verderben! :-)

 

Hier noch drei Fotos eines Filmfehlers - denn seit wann haben Vampire ein Spiegelbild ;-)



 


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