Rumaenienburgen


Burgen, Schlösser, Wehrkirchen und Ruinen
- Reisetagebuch meiner vierten Rumänienreise, August 2006 -


1. Tag, 07.08.2006
 

Drei Jahre waren schon wieder seit meiner letzten Rumänienreise vergangen; und nun saß ich endlich im Zug Richtung Flughafen. Wochenlang hatte ich die Reise geplant und die Tour immer wieder verändert und optimiert, um möglichst viele Burgen in den wenigen Tagen sehen zu können. Meine Vorfreude auf die Reise war entsprechend groß.

In Frankfurt traf ich mich mit Birgit; eine Freundin, welche zu den wenigen Menschen zählt, die für solch einen Urlaub zu begeistern war. Wir gaben unsere Taschen auf und mal wieder hatte ich bereits auf dem Hinflug Übergepäck. Vielleicht sollte ich in Zukunft nicht mehr versuchen, auf jede Eventualität vorbereitet zu sein, um so mein Gepäckgewicht etwas zu reduzieren. Vielleicht hätte es aber auch die Hälfte an Pflegeprodukten getan... ;-)

Obwohl mir auch nach wiederholter Nachfrage zugesichert wurde, dass unser Gepäck in Bukarest automatisch in den Anschlussflieger nach Cluj-Napoca (Klausenburg) verfrachtet würde, wollte ich dem aufgrund gegenteiliger Erfahrungen in der Vergangenheit nicht wirklich Glauben schenken. Meinem Gefühl folgend, ging ich in Bukarest nicht gleich zum Gate, sondern zur Gepäckausgabe - und wie ich es erahnt hatte, liefen dort lustig unsere Taschen auf dem Band. Hätte ich mich auf die Aussage der Dame am Schalter verlassen, hätten wir in Cluj ohne Gepäck dagestanden. Ich frage mich, warum Tarom den automatischen Gepäck-Weitertransport partout nicht gebacken kriegt...?
Im Flieger bewies Tarom einmal mehr ihre Einfallslosigkeit, wenn es um vegetarisches Essen ging - trockenes Weißbrot mit zwei Tomatenscheiben rief bei mir jedenfalls keine kulinarische Begeisterung hervor. Aber all das sollte mich nicht weiter stören. Ich genoss lieber meinen Fensterplatz und den Blick auf die Wolken, der mich auch nach zig Flügen immer wieder in seinen Bann zieht.


 

Abends in Cluj (Klausenburg) angekommen, fuhren wir mit dem Taxi zu unserem "Hotel Victoria", welches sehr zentral nahe der City lag. Nächstes Mal würde ich mir sicherlich kein Hotel mehr nehmen, gibt es schließlich mittlerweile überall günstige und gemütliche Privatunterkünfte und Motels. Aber diesmal wollte ich mir den Luxus und die Bequemlichkeit noch mal gönnen.
Viel zu spät bemerkten wir, dass der Taxifahrer unsere anfängliche Unsicherheit aufgrund der derzeit zwei verschiedenen Währungen (alte und neue rumänische Lei) ausnutze und uns dem entsprechend viel zu viel für die Fahrt abknöpfte. Nun ja, jetzt ließ es sich auch nicht mehr ändern, also warum sich lange darüber ärgern?! Stattdessen machten wir uns schnell etwas frisch und gingen in die Stadt.

 Schwer, dieses Gefühl zu beschreiben und wohl noch schwerer für manche nachvollziehbar - aber trotz dass ich in meiner Familie keinerlei Beziehungen zu Rumänien habe, so hat es dennoch etwas ganz Besonderes für mich. Dort durch die Straßen zu gehen, die Luft einzuatmen, sich umzuschauen - und das Gefühl zu haben, irgendwie Zuhause zu sein... Einem anderen würde vielleicht am ehesten der Verkehr, die vielen Baustellen, bröckelnder Verputz oder unzählige Kabelmasten ins Auge fallen. Ich hingegen bewunderte Dinge, wie die verzierten Fassaden und die Gelassenheit der Menschen, fernab vom mich abstoßenden pseudo-perfekten Deutschland mit seiner kleinkarierten, in Parzellen und Schubladen eingepferchten Lebensgesellschaft.

Wir schlenderten vorbei an der Kathedrale, den Ausgrabungen der römischen Stadt Napoca, der Stadtmauer und dem Matei Corvinus-Haus, in welchem der spätere ungarische König im Jahr 1443 geboren wurde.


Cluj-Napoca (Klausenburg): Stadtmauer & Geburtshaus von Matthias Corvinus
 

Per Handy (mir graut schon jetzt vor meiner nächsten Rechnung) rief ich bei Miri und Attila an, welche ich übers Internet kennen gelernt hatte und die in Cluj das Gothic-Cafe "Umbra de Noapte" (Nachtschatten) betreiben (Anm.: inzwischen leider geschlossen). Ein schöner Ort, um den Tag stimmungsvoll bei leckeren Getränken ausklingen zu lassen. Attila und Miri machten einen sehr sympathischen Eindruck und so verabredeten wir uns für die folgende Woche, in der wir nach unserer Rundreise durch Transsilvanien nach Cluj zurückkehren würden, um von dort aus unsere weiteren Ausflüge zu starten.


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