Vampirgruft



 

Von der Autorin des kleinen Vampirs, Angela Sommer-Bodenburg, bekam ich im Interview den Hinweis, dass „Der kleine Vampir auf dem Bauernhof” in der Nähe von Wesselburen (Schleswig-Holstein) spielt. Wie praktisch, dass ich im Dezember 2001 für eine Woche bei Freunden im hohen Norden zu Besuch war... :-)

Nach über 8 Stunden im Zug kam ich genervt und müde endlich in Schleswig an. Ich hasse lange Zugfahrten, konnte nicht mehr sitzen und Verspätung hatten die Züge an diesem Tag auch mal wieder. Mir graute schon jetzt vor der Rückfahrt und mein erster Gedanke war „Das nächste Mal werde ich fliegen”! Aber dieser rückte schnell wieder in den Hintergrund, als ich endlich Bettina, Jürgen & Vincent Dark (er heißt wirklich so) in die Arme schließen konnte.

Bereits am nächsten Tag war es dann soweit, meine Spurensuche sollte beginnen. „Klein-Oldenbüttel”, in dem sich der Bauernhof aus Band 4 befinden soll, suchte ich auf der Landkarte allerdings vergeblich und auch die angeblichen Nachbarorte, wie „Alt-Motten” fand ich nicht. Stattdessen konnte ich über einem kleinen Punkt den Namen „Oldenbüttel” lesen und in der Nähe lag auch das Dorf „Todenmoor” (in „Der kleine Vampir auf dem Bauernhof” ist von einem Nachbarort namens „Totenmoor” die Rede). Darüber hinaus liegt ganz in der Nähe von „Oldenbüttel” die Ortschaft „Prinzenmoor”, in der die Autorin Angela Sommer-Bodenburg ehemals lebte. Nur „Wesselburen” war nicht unbedingt so ganz in der Nähe, aber dennoch wollte ich mein Glück versuchen.
Nach etwa 40 Minuten erreichten wir Prinzenmoor und gleich am Ortseingang befand sich die „Dorfstraße” (wer sich erinnert weiß, dass sich der Bauerhof aus Band 4 in der „Dorfstraße 13” befinden soll). Nach ein paar Metern klingelte ich an irgendeiner Tür und fragte nach dem Haus, in dem Angela ehemals lebte - und es war die „Dorfstraße 13”. So langsam setzte sich also Stück für Stück der Geschichte zusammen.

In einem Seitengebäude von Angelas ehemaligem Haus befindet sich heute das Jugendhaus von Prinzenmoor und auf dem Grundstück finden sich noch immer eindeutige Hinweise auf Angela: So zum Beispiel ein Straßenschild mit einer Fledermaus sowie zwei Zeichnungen mit einer Sonne (= Sommer) und einer Burg. Hinter dem Haus stehen kahle Bäume sowie ein Hühnerstall und ein alter Schuppen, was ebenfalls zum kleinen Vampir auf dem Bauernhof passen würde.

Bettina amüsierte sich derweil köstlich darüber, dass ich jedes Detail, wie das Ortsschild von Prinzenmoor und vor allem den Stall samt Hühnern x-mal fotografierte :-)

Nachdem ich 1 ½ Filme verschossen hatte, stiegen wir wieder ins Auto und fuhren weiter in Richtung Oldenbüttel, welches wir nach nach der Überfahrt per Fähre über den Nord-Ostsee-Kanal erreichten. Auch hier gab es wieder eine Dorfstraße, aber dieser Straßenname ist ja auch nicht unbedingt selten. Viel fand ich hier allerdings nicht, was mich an „Der kleine Vampir auf dem Bauernhof” erinnerte - Außer, dass es im gesamten Ort entsetzlich nach Kuhmist stank :-# Und da es inzwischen auch bereits dunkel wurde, machten wir uns auf den Rückweg.

Am nächsten Tag brachte ich erst mal die Filme zur Entwicklung und schrieb Angela anschließend eine Email, in der ich sie fragte, ob sie mir noch weitere Infos zu dem echten Bauernhof aus Band 4 vom kleinen Vampir geben könne. Schließlich hatte ich vor, am nächsten Tag auch noch nach „Zwiebelcity Wesselburen” zu fahren. Und sie konnte (nochmals Danke hierfür!). Mit einer groben Wegbeschreibung, dem Namen der Besitzer des Bauerhofes und den Bänden 3 & 4 des kleinen Vampirs im Gepäck fuhr ich also zusammen mit Bettinas & Jürgens Sohn Vincent Dark am nächsten Tag los in Richtung Wesselburen. Mit dem Wetter hatten wir Glück, denn noch am Vortag schüttete es wie aus Eimern, auf unserer Spurensuche begleitete uns jedoch überwiegend die Sonne.

Die Fahrt schien endlos zu sein und nachdem wir Wesselburen hinter uns gelassen hatten, um in Richtung „Büsum” den Bauernhof zu suchen, begegneten uns immer seltener Dörfer, Häuser und Menschen. Noch ein mal rechts abbiegen und da war es: Hedwigenkoog. „Wie trostlos” dachte ich mir. Kaum Häuser; Felder, so weit das Auge reicht - nein, in solch einer einsamen Gegend wollte ich nicht leben... Aber für den kleinen Vampir auf dem Bauernhof war es passend. Ich konnte mir vorstellen, dass Antons Eltern gerade diese Idylle als Reiseziel gewählt hätten. Um von einer Hausnummer zur nächsten zu kommen, fuhr man oft mehrere Kilometer - das sagt wohl alles...

Schließlich stand er vor uns - der Bauernhof, in dem Angela Sommer-Bodenburg vor rund 20 Jahren Urlaub machte und von welchem sie Inspirationen für 2 ihrer Bücher bekam.

Nach einem kurzen Gespräch mit der Bäuerin gab sie mir freundlich ihr Einverständnis, mich auf dem Hof umsehen und Fotos machen zu dürfen und so ging ich mit Vincent Dark los. Ein Fachwerkhaus, so wie es im Buch von Amelie Glienke gezeichnet wurde, sucht man hier zwar vergeblich, aber dafür entdeckt man viele andere Teile, die an den Bauernhof aus Band 4 vom kleinen Vampir erinnern. Den Hühnerstall, den Heuboden, die Pferdekoppel... Na ja - zugegeben, nichts ungewöhnliches für einen Bauernhof. Aber ich wusste ja, dass es DER Bauernhof war... Selbst die blaue Haustür existierte (wenngleich diese im Buch einem anderen Haus zugeschrieben wurde).

Nach etwa einer Stunde fuhr ich mit Vincent Dark zurück nach Wesselburen, um dort auch die Kirche und den Friedhof zu fotografieren, über die in Band 4 geschrieben wurden. Zwar fanden wir leider keinen Grabstein mit der Aufschrift „Was wir bergen in den Särgen, ist das Erdenkleid. Was wir lieben, ist geblieben, bleibt in Ewigkeit”, aber interessant war es trotzdem, ein Stück auf den Spuren des kleinen Vampirs zu wandeln. Auch wenn es einige Leute ziemlich belustigend fanden, dass ich losgezogen bin, um Hühner und Schweineställe zu fotografieren... :-D


 
 

Zur Spurensuche 1, Der kleine Vampir im Jammertal


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