Vampirgruft


Samstag, 19. Dezember 2009

Ursprünglich wollte ich diesen Winter gar nichts machen und einfach nur ausspannen. Für eine weitere Rumänien-Reise fehlte mir zudem das Geld, da eine solche mit Flug und Mietwagen immer recht kostenintensiv ist. Die ganze Zeit aber nur zuhause zu sitzen und den Urlaub zu verschlafen oder am PC zu verbringen, war mir schließlich dann doch zu langweilig. Und so entschieden Miri, die ich kürzlich bei einem "Urbex-Treffen" kennenlernte, und ich uns spontan für einem Kurztrip zu "Lost Places" in Belgien.

Aus anfangs zwei angedachten Tagen wurden schnell drei, wenngleich selbst diese für die Vielzahl der Objekte, die ich während der Recherche zur Reiseplanung ausfindig machte, nicht ausreichen würden. Auch ein günstiges Hotel in Brüssel war schnell gefunden. In Hinblick auf das verschneite Wetter der letzten Tage und die längere Strecke kam ich jedoch nicht umhin, mir vor der Abfahrt neue Reifen aufziehen zu lassen - was meiner Urlaubskasse nicht wirklich behagte.

Die Koffer waren noch nicht gepackt, was mich jedoch nicht davon abhalten konnte, mich einen Tag zuvor noch zu einem Trip in die Unterwelt verleiten zu lassen...


In der Unterwelt...

... Genauer gesagt handelte es sich hierbei um die Stollen- und Minengänge einer Befestigungsanlage aus dem 17. - Anfängen des 20. Jahrhunderts. Die Lage dieser nenne ich hier bewusst nicht. War der anfängliche Zugang noch einfach, wurde das Erkunden der schmaleren Schächte dafür um so mühseliger. Teilweise Verschüttungen ließen an Engstellen gerade so viel Platz, um auf dem Bauch hindurch zu kriechen. Alleine hätte ich dies sicherlich niemals in Angriff genommen, doch die Gruppe vermittelte eine gewisse Sicherheit und die Neugierde tat ihr Übriges.

Aus den gewölbten Decken wuchsen die mit Wasserperlen benetzten Wurzeln der darüber liegenden Gärten. Einer der Gänge mit einer absteigenden Treppe war mit Wasser geflutet; so kristallklar, dass es auch bei näherem Hinsehen kaum zu erkennen war. Wäre ich nicht darauf hingewiesen worden, hätten sich zu meiner staubbenetzten Kleidung noch nasse Schuhe gesellt.
Manche der stockfinsteren Stollen endeten in einer Sackgasse, andere in unterschiedlich großen Gewölben, von denen wiederum weitere Gänge abzweigten. Während des mehrstündigen unterirdischen Aufenthalts verlor ich jegliches Gefühl für Zeit...

Es dämmerte bereits, als ich nach rund fünf Stunden wieder ans Tageslicht trat. Während die anderen noch die überirdischen Reste der einstigen Festung besichtigen wollten, musste ich mich gezwungenermaßen verabschieden, da zuhause noch immer ungepackte Koffer und morgen ein früh klingelnder Wecker auf mich warteten...

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