Vampirgruft



existier(t)en sie wirklich?

Auf den Kinoleinwänden erwachen Vampire Jahr für Jahr zu neuem Leben. Mit spitzen Eckzähnen, mal erotisch, mal dämonisch ziehen sie uns immer wieder in ihren Bann. Der älteste, komplett dokumentierte Bericht über einen Vampir stammt von 1345. Und spätestens seit dem 1899 von Bram Stoker geschriebenen Roman "Dracula" sowie den Kinofilmen mit Christopher Lee oder Bela Lugosi sind Vampire wohl jedem ein Begriff.  Aber was sind Vampire wirklich - sofern sie existieren?

Arne lebt in New York und ist davon überzeugt, ein echter Vampir zu sein. "Das erste Mal trank ich Blut mit 17, es bereitete mir eine große Erfüllung". Arne ist lichtscheu, liebt Blut und erwartet ein langes Leben. Aber ist er deshalb ein Vampir?

Dr. Steven Keppler ist einer von vielen selbsternannten Vampirforschern. "Vampire sind sehr intelligent und haben durch den Verzehr von Blut eine sehr hohe Lebenserwartung." Mit Knoblauch und Kreuzen "testet" er die Vampire auf ihre "Echtheit". Mit Wissenschaft hat das jedoch nichts zu tun.

Wie wird man zu einem Vampir? Als solcher geboren? Durch seinen Biss? Durch das Sterben und dem Wunsch, als Vampir wiederzukehren? Durch das Trinken seines Blutes? Oder doch nur durch Einbildung, Fanatismus und Irrglaube?
Gehen wir ins Jahr 1725. Der Albtraum eines wiederkehrenden Toten versetzt ein kleines serbisches Dorf in Angst. 9 Menschen soll der Untote Peter Flogojoviz bereits das Blut ausgesaugt haben. Und so entschließt man sich dazu, das Grab des Toten öffnen. Im Bericht der Graböffnung heißt es: „Vom Grab und dem Toten ging kein Leichengeruch aus. Sein Körper war ganz frisch und schien wohlgenährt. Bart und Nägel waren gewachsen. Seine Haut hatte sich abgeschält und sich darunter eine Neue gebildet. Im Mund des Toten befand sich frisches Blut...” Damals ein Zeichen für die Unverwesbarkeit eines Vampirs. Heute sind diese Zeichen der vermeintlichen Unverwesbarkeit jedoch wissenschaftlich erklärbar und völlig normal.

Todesursache der 9 „Opfer” des vermeintlichen Vampirs war vermutlich eine Milzbrandepedemie. Erkrankte leiden dabei oft unter Beklemmungsgefühlen, „als ob ihnen jemand an den Hals geht”. Auch „vampirtypische” Erscheinungen wie blasse Haut und Lichtempfindlichkeit treten bei vielen Krankheiten auf. Auch wurden Vampire oftmals als Ursache von Tuberkoloseepedemien angesehen, da die Toten in den Gräbern wohlgenährt schienen, während die Lebenden immer magerer und schwächer wurden. Ebenso bei einer Tollwutinfektion, die durch Bisse übertragen wird und bei der die Erkrankten oftmals eine Abneigung gegen starke Düfte (wie z. B. den Geruch von Knoblauch) entwickeln.

Aber auch in Rumänien, dem Land des von Bram Stoker phantasierten Vampirs Dracula, gibt es Menschen, die von der Existenz von Vampiren überzeugt sind. Eine Bäuerin: „Ich glaube an Vampire. Manchmal werden Menschen von ihnen angefallen, vor allem in der Nacht des heiligen Andreas...” (am 30. November). Viele Dorfbewohner kennen den Vampirkult seit ihrer Kindheit. Dort werden zum Schutz der wiederkehrenden Toten teilweise noch heute die seit Generationen überlieferten Bestattungsrituale durchgeführt.

Und was ist Vampirismus heute - in einer Welt, in der vieles erklärbar scheint? Irrglaube? Phantasie? Ein Traum? Der Wunsch nach Mystik, nach dem Unerklärlichen? Die Suche nach Sehnsüchten und Freiheit? Ein Lebensgefühl mit dem Ausbrechen aus der Gesellschaft? Reine Unterhaltung von Seiten der Medien? Oder steckt doch mehr dahinter?
Gibt es Vampire wirklich? Wer weiß...
 


Buchtipps zum Thema:

Norbert Borrmann: Vampirismus - oder die Sehnsucht nach Unsterblichkeit. 365 Seiten, erschienen 1999 im Heinrich Hugendubel Verlag (Diederichs)

Hans Meurer: Vampire - Die Engel der Finsternis. Der dunkle Mythos von Blut, Lust und Tod. Sonderband mit 144 Seiten, erschienen 2001 im Eulen Verlag

Matthew Bunson: Das Buch der Vampire. Ein Lexikon von Dracula, Untoten und anderen Fürsten der Finsternis. 314 Seiten, erschienen 2001 im Heyne Verlag

Raymond McNally und Radu Florescu: Auf Draculas Spuren. Die Geschichte des Fürsten und der Vampire. 304 Seiten, erschienen 1996 im Ullstein Verlag

Ralf-Peter Märtin: Dracula. Das Leben des Fürsten Vlad Tepes. 191 Seiten, erschienen 2001 im  Wagenbach Verlag

Achim Kelschebach, Thales Themenhefte: „Wer war DRACULA? - Biografie eines Vampirs”.  DiN A5-Heft mit 50 Seiten, Thales Verlag

 


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