Vampirgruft


Schottland 2000

Im Sommer 2000 war ich mit Bekannten erstmals für eine Woche in Schottland und auf mehrfachen Wunsch hier neben meinen Rumänienberichten auch ein Reisebericht samt Fotos davon (da die Tour nun bereits einige Jahre zurück liegt, fällt dieser Travel-Report allerdings deutlich kürzer und weniger detailreich aus, und die Fotos sind auch nicht so besonders).

Wir sind am 25. Juli 2000 vom Flugplatz Frankfurt-Hahn mit Ryanair nach Glasgow geflogen und anschließend per 2 1/2-stündiger Zugfahrt weiter bis nach Aberdeen. Flug & Zugfahrt (hin und zurück) kosteten uns damals weniger als 170,-DM.
Irgendwann gegen 22.00 Uhr hatten wir unsere Taschen & Rucksäcke ins Bed&Breakfast-Hotel geschleppt und gingen noch beim Inder essen. Ich wusste eigentlich nicht so recht, was ich mir eigentlich bestellt hatte, da 80 % der englischen Wörter auf der Speisekarte (wie z. Bsp. "Kichererbsen") natürlich nicht im Sprachführer zu finden waren. Deshalb sagte ich einfach, dass es irgendwas ohne Fleisch sein soll. War dann aber sehr lecker, wenn auch ziemlich teuer.

Unser Hotelzimmer war übrigens auch lustig, alles in rosa! Wände, Teppiche, Bettzeug, Handtücher, Toilettenpapier, Blumen, Gardinen, Lampen... Selbst die Mülleimer waren mit rosafarbenem Stoff bezogen.

Als am Morgen unser Wecker klingelte, waren wir einfach nur todmüde. Kein Wunder, schließlich ist es in Schottland eine Stunde früher als hier und wir hatten vergessen, unsere Uhren umzustellen...

Nach "ganz leckerem" Frühstück (ich habe noch nie solch einen ekelhaften Käse gegessen) wollten wir eigentlich nach Inverness zum Loch Ness fahren, aber die Fahrt dort hin hätte pro Person umgerechnet 90,-DM gekostet und das war uns dann doch zu teuer. Also machten wir uns mit dem Zug auf nach Huntly, um uns das dortige Castle anzusehen. In Huntly entdeckten wir dann auch "die Katze mit den Vampirzähnen" *g*

Der Ort war sehr schön und auch die Burg war ganz hübsch; Allerdings noch nicht das, was ich mir von schottischen Ruinen erhofft hatte.

Das sollte sich am nächsten Tag ändern, an dem wir mit dem Bus Richtung Peterhead zur Ruine von Slains Castle bei Cruden Bay fuhren. Diese hatte einst Bram Stoker besucht und er soll sich dort zum Aussehen des Draculaschlosses in seinem Roman inspiriert haben lassen.

Kaum waren wir im Bus und aus Aberdeen draußen, begleitete uns ständiger Nebel. Da es in direkter Nähe von Slains Castle keine Haltestelle gab, ließ uns der Fahrer irgendwo in der Landschaft aussteigen und zeigte uns, welchen Weg wir gehen müssten.
Nach etwa 20 Minuten am Castle angekommen, überwältigte uns erst mal die Größe und Lage der Ruine, auf steilen Klippen, direkt am Meer. Unzählige Möwen saßen (oder flogen um) vorgelagerte Felsen und machten einen unheimlichen Lärm. Ansonsten war außer dem Wind und den Wellen des Meeres jedoch nichts zu hören (sprich: keine unzähligen Touristen).

Nachdem wir uns die Mauern intensiv angesehen hatten, gingen wir Richtung Norden an den Klippen spazieren. Das Gras dort war wunderbar weich, fast wie ein Teppich. Nach etwa 1 ½ Kilometern stießen wir auf diesem Weg auf beeindruckende Klippen- und Felsformationen am Meer. Bizarre Gesteinsformen; Felsbögen, unter denen die Wellen an die Klippen schlugen. Und dahinter das fast in Nebel eingehüllte Slains Castle. Gigantisch!

Abends gingen wir in Aberdeen in einen Pub, welcher ebenfalls den Namen "Slains Castle" trug. Untergebracht in einer ehemaligen Kirche mit entsprechender Inneneinrichtung (Laboratorium, Bücherwand, alte Möble, Dracula-Büste...) ein sehr stimmungsvoller Bau. Passend dazu gab es Cocktails mit den Namen der sieben Todsünden, die wir gemeinsam fast vollständig ausprobierten.


Am vierten Tag fuhren wir mit dem Zug weiter südlich nach Stonehaven, wo wir ursprünglich am Strand schlafen wollten. In dem Ort gab es am Bahnhof allerdings keine Schließfächer für unser Gepäck (und zum ständigen Mitschleppen wäre es zu schwer gewesen). Außerdem spielte das feuchte Wetter nicht mit und so suchten wir uns ein Zimmer in einem Bed & Breakfast-Hotel. Nach kurzem Rundgang durch den Ort liefen wir entlang der Klippen zur Ruine von Dunnottar Castle. Die Ruine, welche ebenfalls im Nebel lag, hat uns ziemlich beeindruckt, so mächtig auf einem hohen, kantigen Felsen am Meer gelegen. Dort trafen wir dann auch auf einen Dudelsack spielenden Schotten.

Von der Burg ging es mit dem Bus weiter an der Küste entlang nach St. Cyrus. Dort wollte ich unbedingt das leer stehende Ecclesgreig House sehen, welches Simon Marsden für sein Buch "Geistersuche" fotografierte (die von ihm verwendete Schreibweise "Ecclescrieg House" ist nach meinen Infos übrigens nicht korrekt).

Der Weg dort hin war zwar nicht gerade kurz, aber er hat sich auf alle Fälle gelohnt! Das teilweise ruinöse und düstere Gebäude wäre die optimale Kulisse für einen Gruselfilm. Spitze Türme, verzierte Fensterbögen, aus Stein gehauene Bänke, Statuen... Das perfekte Spukhaus.

Am Samstag verzog sich der Nebel und wir durften zum ersten Mal ein sonniges Schottland erleben. Wir fuhren mit dem Zug nach Edinburgh und wollten uns dort eigentlich ein Zimmer suchen. Das stellte sich jedoch als unmöglich heraus, da an diesem Wochenende ganz Edinburgh wegen eines Festivals ausgebucht zu sein schien. Also fuhren wir weiter südöstlich nach North Berwick und von hier mit dem Bus nach Dirleton. Dort bekamen wir ein Zimmer in einem Hotel, welches genau gegenüber von Dirleton Castle lag.

Nach kurzer Verschnaufpause machten wir uns auf, um noch das Tantallon Castle sehen, welches ebenfalls auf Klippen an der Ostküste Schottlands steht. Abends fanden wir in North Berwick auch noch einen alten Friedhof, auf welchem einige mit Ornamenten verzierte Keltenkreuze im Schatten einer Kirchenruine standen.

Sonntags hatten wir nach dem Rundgang durch die Ruine von Dirleton ursprünglich vor, uns die große Ruine der Melrose Abbey anzusehen. Allerdings hätte die Busfahrt nach Melrose fast 3 Stunden gedauert und das war uns dann doch zu lang. Also verbrachten wir den Tag in Edinburgh (wo jeder von uns umgerechnet 15,-DM für ein Schließfach bezahlen musste - Wucher!). Nach einem Stadtbummel (zu meiner Verwunderung hatten trotz des Sonntages fast alle Geschäfte geöffnet) stiefelte ich noch hinauf zum Edinburgh Castle. Ich fand es von seiner Atmosphäre her und auch wegen der unzähligen Touristen aber nicht sehr berauschend. Allerdings stießen wir in Edinburgh nochmals auf einen schönen, kleinen Friedhof, der mich wieder zum Fotografieren einlud.

Noch in der Nacht fuhren wir völligst pleite (Schottland ist verdammt teuer) und ziemlich fertig zum Flughafen Glasgow-Prestwick zurück und schliefen dort in der Wartehalle bis in die Morgenstunden (meine Kamera hatte ich mir im Schlafsack ans Bein gebunden. Nicht sehr bequem, aber zumindest halbwegs diebstahlsicher). Unser Rückflug ging schließlich um 11.20 Uhr, auf dem ich aber auch fast durchgehend schlief...

 


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