Vampirgruft


Joel B. Dacks
(Darsteller des kleinen Vampirs in der 1. TV-Serie)
 

Joel besitzt keine Autogrammadresse mehr und bittet euch, seine Privatsphäre zu respektieren.

Ich habe auf dieser Seite einige alte sowie aktuellere Fotos von Joel für euch zusammengestellt. Ebenso eine Zusammenfassung von Interviews, die ich mit ihm geführt habe. Übrigens: Die öfter verwendete Schreibweise Joel Daks ist falsch, sein voller Name lautet Joel Brian Dacks.
 


Joel Dacks 1986, 1996, 2000 und 2004


Joel hinter der Kulisse, Matthias Klisma (die deutsche Synchronstimme) im Jahr 2002


Fotogalerie

Filmography of Joel (in englisch)

Last Train Home (1990) (TV) .... Mouse
... aka Tom Alone (1990) (TV)

Stone Fox (1987) (TV) .... Nase

"Little Vampire, The" (1986) TV Series .... Rüdiger Edward Frederick August Von Schlotterstein
... aka "Kleine Vampir, Der" (1986) (West Germany)



Interviews mit Joel Dacks

1. Interview, April 2000

Andy: Erst mal möchte ich mich für mein wahrscheinlich ziemlich schlechtes Englisch entschuldigen. Aber ich hoffe mal, dass meine Fragen für dich dennoch verständlich sind...

Joel: Bitte entschuldige dich nicht wegen deinem Englisch, es ist viel, viel besser, als mein Deutsch. Ich war angenehm überrascht deinen Brief zu empfangen und an meine Tage als der kleine Vampir erinnert zu werden.

Andy: Als erstes würde mich interessieren, was du heute tust.

Joel: Ich bin kein Schauspieler mehr, aber statt dessen Naturwissenschaftler und ich arbeite an früher Evolution. Wie auch immer, ich bin noch mit dem Theater verbunden und arbeite dort als freiwilliger Leiter für ein großes Theaterfestival. Für einige Zeit während dem Studium konkurrierte ich als Turner für die Universität von Alberta und die Universität von British Columbia. Ich turne inzwischen nicht mehr, aber ich habe angefangen „Uechi-ryu” zu lernen, eine Art von Karate.

Andy: Kannst du etwas mehr von deinem Beruf erzählen? Was tust du genau?

Joel: Ich bin Student vor der Abschlussprüfung, der studiert, wie sich das System des internen Transportes in unseren Zellen entwickelte. Unser System sehr kompliziert. Ich studiere einige der Proteine, die betroffen sind - um zu sehen, ob die Muster ihrer Entwicklung mir helfen können, die Geschichte des vollständigen Systems zu entwirren.

Andy: Hast du neben dem kleinen Vampir noch in anderen Fernsehshows oder Filmen mitgewirkt?

Joel: Ich habe nicht wirklich in anderen Filmen mitgespielt. Ich hatte Nebenrollen in einigen kanadischen Fernsehshows, „Tom Alone” (1990) und „Stone Fox” (1987) waren die zwei Wichtigsten. Ebenso spielte ich in einem CBC (Canadian Broadcasting Company) Programm und hatte eine kleine Rolle in einer „Ray Bradbury Theater”-Episode.

Andy: Ist es möglich, diese Aufnahmen auf Video zu erhalten oder hast du noch Fotos davon, die du zeigen würdest?

Joel: Du müsstest die „Hanna-Barbara studios” kontaktieren wegen „Stone Fox" und die „Canadian Broadcasting Corporation” wegen „Tom alone” und dort nach Videokopien fragen. Mein Part in „Tom Alone” war ziemlich klein, bestimmt nicht der Star. Aber es war eine lustige Rolle.

Andy: Wirst du in der Zukunft wieder mal in Filmen zu sehen sein? Ist irgendwas geplant oder in Aussicht?

Joel: Ich werde voraussichtlich in naher Zukunft in keiner Fernsehserie und keinem Film mehr mitspielen. Ich bin sehr mit meiner Arbeit beschäftigt und habe mich im Wesentlichen in mein Privatleben zurückgezogen. Ich denke gerne an die Freundschaften die ich geschlossen habe zurück und an die Erfahrungen, die ich während den Dreharbeiten von „Der kleine Vampir” machen konnte.

Andy: Hast du noch Kontakt mit Jim, Marsha oder Chris? Weißt du, was sie heute tun?

Joel: Mit Jim (Gray) und Marsha (Moreau) habe ich schon seit Jahren nicht mehr gesprochen aber vor kurzem mit Chris(topher) Stanton. Er macht auch keine Schauspielerei mehr, aber er scheint durchaus glücklich zu sein.
Neulich habe ich mit Angela Sommer-Bodenburg Verbindung aufgenommen, die jetzt in Kalifornien lebt. Wir hatten nie die Gelegenheit uns zu treffen, während ich die Fernsehserie machte und ich habe es genossen, letztendlich noch mit ihr sprechen zu können.

Andy: Hast du noch eine offizielle Autogrammadresse, die ich an Fans vom kleinen Vampir weitergeben darf?

Joel: Ich habe keine Autogrammadresse, die ich ausgeben möchte. Die Situation ist folgende: Ich habe einen Fan in Deutschland, der etwas aggressiv / penetrant zu sein scheint. Sie hat meine „Spuren” verfolgt bis nach Hause und schreibt mir unablässig Briefe in denen sie mir sagt, dass sie mich liebt und niemals irgend jemand anderen lieben wird, obwohl ich sie um meine Privatsphäre gebeten habe. Deshalb möchte ich meine Adresse nicht publizieren oder auch nur ein „Anzeichen" meines Aufenthalts geben. Aus diesem Grund habe ich dich auch um Diskretion gebeten. Ebenso würde ich es begrüßen, wenn du diese E-Mail-Adresse für dich behältst.
Ich fände es gut, wenn du die Fragen deiner Leser sammelst und ich sie dann durch dich beantworte. So können wir warten, bis eine Anzahl von Fragen zusammen gekommen ist, um dann einen mehrere auf einmal zu beantworten. Hört sich das vernünftig an?

Andy: Das verstehe ich und selbstverständlich werde ich deine Adresse an niemanden weitergeben! Das mit dem Sammeln der Fragen werde ich so machen.

Wo befindet sich der Friedhof, auf welchem die erste TV-Serie gedreht wurde?

Joel: Der Friedhof aus „Der kleine Vampir” war nicht echt. Es war ein Set (= Bühnenbild), aufgebaut in einer Lagerhalle in Edmonton. Die Gräber waren aus Styropor, glaub' ich, und ich konnte sogar einen Moos-Stein mit nach Hause nehmen.  : )

Andy: War wirklich alles nur Bühnenbild? Vor allem die Außenaufnahmen wirken doch sehr real, in einer Szene sieht man sogar ein Auto im Hintergrund fahren. Wo wurden diese Außenaufnahmen des Friedhofes aufgenommen?

Joel: Manche Szenen wurden vor den Toren eines Friedhofes aufgenommen. Leider weiß ich nicht mehr genau, um welchen Friedhof es sich hierbei handelte (Anm.: Es handelt sich um den St. Albert Cemetery in Edmonton). Aus Respekt wurde wirklich keine einzige Szene auf einem echten Friedhof gedreht, stattdessen wurden nur nachgebaute Bühnenbilder verwendet.

Andy: Kannst du uns einen kleinen Steckbrief von dir schreiben (Geburtsdatum, Geschwister, Hobbys u.s.w.)?

Joel: Ich wurde am 06. Februar 1973 geboren. Meine Augen sind blau/grün, meine Haarfarbe braun und ich bin ca. 1,65m groß. Ich habe einen jüngeren Bruder. Im Moment sind meine Hobbys Uechi-ruy-Karate und Arbeit. Nicht viel Zeit für irgendwas anderes : )

Andy: Welche Musik magst du?

Joel: Meine musikalischen Interessen sind recht weit gefächert. Ich mag „keltischen Kram", die kanadische Band „Great Big Sea” ist eine meiner Favoriten. Ebenso mag ich entspannende Sachen wie „Enya”. Andere sind Paul Simon und Robert Miles. Unterschiedlich, wie ich schon sagte.

Andy: Hast du die zweite Fernsehserie und/oder den Kinofilm vom kleinen Vampir gesehen? Wie gefallen sie dir und wie findest du diese im Vergleich zur ersten TV-Serie?

Joel: Ich habe die 2. Serie nicht gesehen, aber den Kinofilm - und dieser gefällt mir sehr gut. Ich finde wirklich, dass Rollo Weeks sehr gute Arbeit geleistet hat und den Charakter von Rüdiger sehr gut darstellt.
Ich war erst etwas traurig, jemanden anderes zu sehen, der diese Rolle spielt. Aber schließlich war ich doch sehr zufrieden und stolz über die Leistung, die er (Rollo) erbracht hat.

Andy: Was denkst du über „Gothics", wie findest du die Musik und das Styling der Gothic-Szene?

Joel: Ich mag das Styling und die Musik. Einige wenige Gothics beziehen sich auf  Sachen wie Satanismus, was ich nicht mag. Aber als Style (Kleidung, Haarkunst, Musik) schätze ich es sehr.

Andy: Gibt es außergewöhnliche Dinge, die du in deinem Leben noch tun / erreichen möchtest? Was sind deine Wünsche und Träume für die Zukunft?

Joel: Ungewöhnliche Sachen, hmm lass' mich überlegen :), Ich möchte Polynesien eines Tages besuchen, ich war schon immer fasziniert von diesem Bereich der Welt. Ich möchte gerne einen Gleitflug machen - ich schätze, dass „Peter Pan" und das Fliegen im kleinen Vampire ein Feuer in mir entfacht haben :)
Wünsche für die Zukunft beziehen sich auf einen Job als Professor an einer guten Universität, eine glückliche Ehe und gesunde Kinder, viele Reisen, und beim Kaffee über Philosophie und Politik plaudern.

Andy: Ganz herzlichen Dank für die Beantwortung der Fragen. Ich bin wirklich glücklich darüber, dass du dazu bereit warst und dir die Zeit hierfür genommen hast.

Joel: Ich sende meine allerbesten Grüße an die Mitglieder des Fanclubs. Viel Glück und die besten Wünsche

2. Interview, November 2001

Andy: Der Fanclub feiert im Januar seinen 2. Geburtstag. Was war dein erster Gedanke, als du meine 1. Mail bekamst & von der Fanclub-Idee gehört hast und wie denkst du heute über ihn?

Joel: Als ich das erste mal von dem Fanclub hörte, war ich etwas überrascht, da die Serie in Nordamerika nicht so populär gewesen ist. Jedoch war ich erfreut, dass die Reihe noch Fans hat.

Wie gefallen dir die Newsletter und die Website „www.gruft-der-vampire.de” des Fanclubs? Wie gefällt die die Seite über dich?

Weil die Fan-Literatur und die Website auf deutsch sind, bin ich nicht imstande gewesen, sie gänzlich zu lesen. Ich hatte jedoch einen Freund aus Berlin gebeten, die Website für mich zu übersetzen, und sie ist sehr gut. Die Rundschreiben zu erhalten macht auch viel Spaß, selbst wenn ich mir fast nur die Bilder ansehe :-)

„Der kleine Vampir” ist ursprünglich ein Kinderbuch und -film. Die meisten Fanclub-Mitglieder sind jedoch Erwachsene, die noch immer „Fans” der ersten Fernsehserie sind. Wundert dich das? Schließlich ist diese 1. TV-Serie inzwischen schon 17 Jahre alt...

Das überrascht mich wirklich nicht. Ich bin noch immer ein Fan der Fernsehreihe, die ich als Kind und Teenager beobachtete. Schau dir  gerade die Zahl von Erwachsenen an, die losgegangen sind, um „The Phantom Menace” zu sehen, weil sie „Star Wars” liebten, als sie jung waren. Ich hoffe, dass eine neue Generation von Kindern den kleinen Vampir sowohl durch die Bücher, die Fernsehreihen und den Film kennen lernt und Freude daran hat. Es ist eine Geschichte, die kulturelles Verstehen und Freundschaft lehrt und sehr wenig Gewalttätigkeit hat.
Nun ist die 1. Fernseh-Serie bereits 17 Jahre alt... Es ist nicht höflich, mich daran zu erinnern, wie alt ich geworden bin ;-)

Wirst du auch heute noch des Öfteren auf deine Rolle im kleinen Vampir angesprochen und bekommst du noch immer Fanpost? Falls ja: Freut dich das oder ist es dir eher lästig, da es nun schon viele Jahre zurückliegt und du dich längst aus dem „Showbusiness” zurückgezogen hast?

Außer vom Fanclub erhalte ich sehr wenig Aufmerksamkeit für die Rolle von Rüdiger im kleinen Vampir. Jedoch sind die Fanfragen, die ich  durch dich, Andy, bekomme sehr schön und ich genieße es, darauf zu antworten. Ich habe mich nie als ein Fernsehstar gesehen, aber wenn meine Antworten auf die Email-Fragen Menschen glücklich machen, dann freue ich mich, es zu tun. Ich stelle mir vor, wie zufrieden ich sein würde, wenn ich einem Lieblingsschauspieler schrieb und er mir selbst zurück schriebe, anstatt mir einen Form-Brief zu senden.

Was sind deine nächsten Pläne für deine Zukunft?

Gute Frage. Wenn ich wüsste, dass ich dir erzählen könnte :-)
Ich denke darüber nach, mein PhD zu beenden. Aber danach - wer weiß?

Stell’ dir vor, eines Nachts säße tatsächlich ein echter, kleiner Vampir in deinem Zimmer. Welche Fragen würdest du ihm gerne stellen?

Die Existenz von Vampiren würde einige grundlegenden Dinge herausfordern, die wir über Biologie und über Theologie wissen. Ich würde wissen wollen, wie Vampire darauf bezogen leben konnten, und ob das bedeutet, dass Gott, Himmel und Hölle auch existieren. Ich würde auch wissen wollen, wie das „reale Leben” eines Vampirs mit den Geschichten und allen Veränderungen übereinstimmt, die in der Literatur existieren. Wirklich als erstes würde ich aber wissen wollen, ob er vor hat von mir zu essen, erst dann würde ich ihn nach den Sachen fragen, die ich gerade erwähnte.

Vielen Dank für das Interview!

Glückwünsche zu dem 2. Jahrestag des Fanclubs und an Andy dafür, solch einen großartigen Job zu machen. Die Besten Wünsche an alle Fans von „Der kleine Vampir”.
 
 

3. Interview, Februar 2002 (Interviewfragen von Fans)

Andy: Konntest du dich mit der Rolle des Rüdigers identifizieren?

Joel: Auf manche Art konnte ich es. Rüdiger war ein starker Charakter, halsstarrig. Er ist auch sehr neugierig / merkwürdig. Ich hoffe, dass jene Eigenschaften auch in mir sind.

Würdest du die Rolle heute (wenn du Kind wärest) nochmals annehmen und würdest du etwas anders als damals machen?

Ich könnte versuchen, etwas feiner in einigen der Szenen zu sein, besonders die sehr bösen oder sehr komischen Szenen. Abgesehen davon denke ich, dass ich ungefähr genauso spielen würde. Ich würde die Rolle bestimmt wieder annehmen. Es war eine wunderbare Erfahrung.

Wie hast du DAMALS über den kleinen Vampir und über Vampire allgemein gedacht?

Der Kleine Vampir ist in Kanada kein populäres Kinderbuch und so hatte ich vor dem Lesen vom Script nie davon gehört. Ein Vampir war im allgemeinen etwas Furchterregendes, aber ich denke nicht, dass ich jemals glaubte, dass sie als ein übernatürliches Phänomen real waren.

Glaubst du an die Existenz von Vampiren?

Ich glaube, dass es Leute überall in Geschichte gab, die Krankheiten gehabt haben, die sie lichtempfindlich gemacht haben oder die menschliches Blut brauchten, um einigen ihrer Symptome zu lindern. Ich glaube, dass es Leute gab, die andere in ihrer Geschichte wie Vlad der Pfähler töteten und über die verbreitet wurde, Vampir zu sein. Wenn jene Sachen Vampire sind, glaube ich daran.
Ich glaube nicht, dass Vampire als etwas Übernatürliches existieren, die sich dem Tod widersetzen und spezielle Kräfte haben. Auf eine Art ist das eine gute Sache, weil manche Vampire als gut beschrieben werden, die Mehrheit wird jedoch als böse dargestellt. Es gibt genug Übel in der Welt von Menschen, sodass wir Vampire dafür nicht brauchen.

Hast du dich auch außerhalb von der TV-Serie mal als Vampir verkleidet? Wenn ja, wann war das letzte Mal und zu welcher Gelegenheit war das?

Ich ging mal als Vampir zu einer Kostümparty, aber das ist lange her.

Stell dir vor, jemand wollte den kleinen Vampir so verfilmen, dass die Vampire inzwischen gealtert sind (ich weiß, das geht eigentlich nicht) und wollte die Rolle des Rüdigers wieder mit dir besetzen. Würdest du die Rolle annehmen?

Ich würde die Rolle annehmen. Obwohl ich kein Schauspieler mehr bin, habe ich einen speziellen Platz in meinem Herzen für den Charakter von Rüdiger.

Würdest du bei einer Fortsetzung vom kleinen Vampir noch mal mitspielen? (in einer anderen Rolle, z. Bsp. als Lumpi)

Ich denke, das ich würde nicht. Lumpi ist ein Charakter von jemandem anderen. Wie ich gerade oben sagte, bin ich kein Schauspieler mehr. Ich würde eine Ausnahme für einen Part als Rüdiger machen, aber in anderen Fällen liegt diese Teil hinter mir.

Zum Schluss noch etwas Privates: Hast du eine Freundin / eine Ehefrau? Falls ja, seit wann seit ihr zusammen / verheiratet und möchtet ihr Kinder?

Ich habe eine Freundin, und wir sind seit viereinhalb Jahren zusammen. Sie ist eine wunderbare Frau, und ich liebe sie wirklich sehr.

 


4. Interview, Januar 2009, Teil 1
(Anm.: Die Fragen stammen nicht von mir, sondern von der ARD. Sie sollten ursprünglich auf der DVD der ersten TV-Serie erscheinen, wurden mir hierfür jedoch viel zu spät zugeschickt).

ARD: Was denken Sie, war das Reizvollste für Kinder an der Geschichte eines jungen Vampirs?

 

Joel: Ich denke, dass die Geschichte die Phantasie von Kindern und jungen Erwachsenen anspricht, die Phantasie, dass ein normaler Junge fantastische Freunde findet und dadurch sogar selbst eine gewisse Macht bekommt. Er ist imstande, sich über den Bully aus der Nachbarschaft (Cyril / Udo) und den gemeinen Babysitter (Effie) zu erheben und sogar den Verlust seines besten Freundes (Teddy) zu verkraften.

 

ARD: Können Sie sich auf etwas davon auch als Erwachsener beziehen?

 

Joel: Ich vermute, dass viele Erwachsene noch denselben Herausforderungen ins Gesicht sehen, wie Machtlosigkeit und dem Wunsch, ihre Umstände zu verändern. Ich hoffe, wir tun dies heutzutage durch Gespräche und harte Arbeit - und nicht durch Flugpulver. Gleichzeitig schätze ich mich unglaublich glücklich, in einem Job und einer Beziehung zu sein, wo ich mich ausgefüllt und überhaupt nicht machtlos fühle. Es ist eine wunderbare Sache, das sagen zu können.

 

ARD: Der kleine Vampir hatte immer eine Art „Punkrock-Ästhetik“, die zurückschauend eher süß anmutet. War das eine absichtliche Entscheidung oder lediglich die Stimmung der Zeit? Erinnern Sie sich, welche Musik Sie damals gehört haben?

 

Joel: Danach müssten Sie wirklich die Produzenten der Serie fragen. Was meine eigene Musik betrifft, so war ich gerade 12 Jahre alt und habe vermutlich die Pop- / Dance-Music der 80er gehört. Ich meine mich zu erinnern, dass der Film „Footloose“ um diese Zeit angesagt war, oder?

 

ARD: War Gert Fröbe ein Vampir, der sich für einen Vampirjäger ausgab? Oder kam er nach seinem Tod zurück und suchte später irgendwelche Besetzungs-Mitglieder auf? (Anm.: Was ist das denn für eine Frage?)

 

Joel: Hmm jetzt, da Sie es erwähnen, es gab kürzlich ein paar sonderbare Sichtungen in meiner Nachbarschaft sowie fremdartige Geräusche aus dem Wandschrank …

 

ARD: Was war Ihre denkwürdigste Erfahrung als Schauspieler in einer Rolle, mit der sich Millionen von Kindern identifizierten?

 

Joel: Ehrlich gesagt, die denkwürdigste Erfahrung war, all diese Fanpost zu bekommen. Ich fühlte mich, als ob ich ein Doppelleben hätte. Besonders, weil der Kleine Vampir in Kanada nie richtig populär wurde, war ich größtenteils nur ein normaler Junge, der sich bemühte, in der Schule gut zu sein, Spaß mit meinen Freunden zu haben und so weiter. Und dann kam ich nach Hause und hatte Hunderte von Fanbriefen.

Ich glaube nicht, dass ich mir das nochmals wünschen würde (es war sehr viel Arbeit, all die Briefe zu beantworten, was ich immer handschriftlich tat). Aber es hat mich damals zum Schmunzeln gebracht, genau wie heute, wenn ich an die Zeit zurück denke.

 

 

4. Interview, Januar 2009, Teil 2 (Fragen von Fans)

 

Andy: Hast du dich mit Christopher, Marsha oder anderen Schauspielern angefreundet? Hattet ihr nach Ende der Dreharbeiten noch Kontakt? Falls ja, wie lange?

 

Joel: Der Schauspieler, der Teddy spielte, war schon vor den Dreharbeiten ein Freund von mir und wir sind es bis heute geblieben. Er ist ein sehr talentierter Cello-Spieler und er, sein ebenso talentierter Bruder und seine Schwester, spielten ein Konzert an meiner Hochzeit als ihr Geschenk für meine Frau und mich. Ich bin ansonsten mit niemandem anderem wirklich in Verbindung geblieben, habe aber vor kurzem Marsha wieder getroffen.

(Anm.: Natürlich habe ich Joel gefragt, was Marsha heute macht u.s.w.; da aber auch sie sich aus der Öffentlichkeit zurückgezogen hat, kann ich euch von Joel dazu nur sagen, dass sie glücklich zu sein scheint.)

 

Damals waren einige Jungs vernarrt und ein bisschen verliebt in Marsha. Ging es dir oder Christopher ähnlich oder habt ihr sie lediglich als Filmpartnerin gesehen?

 

Wir waren alle ziemlich jung, als die Serie gedreht wurde. So gab nicht es nicht irgendwelche romantischen Gefühle zwischen den Schauspielern, nur normale Freundschaften, wie sie zwischen 8-12jährigen eben sind.

 

Spielte Gert Fröbe als weltweit berühmter Schauspieler nur seine Rolle oder nahm er euch Kinder an die Hand, um euch zu unterstützen?

 

Wir hatten nicht wirklich viel Kontakt mit Gert Fröbe. Er war nett, wenn wir miteinander arbeiteten, aber ansonsten setzte er sich nicht viel mit uns auseinander. Nicht dass du es falsch verstehst; er war nicht unfreundlich, aber nun mal mehr an dem Austausch mit den Erwachsenen interessiert. Ich erinnere mich, dass eher Michael Gough wie ein Großvater für uns war und sich mehr Zeit für uns nahm.

 


Joel im Portugal-Urlaub, 2008

 


   


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