Vampirgruft


Wien und der Tod - Die morbiden Seiten Wiens
~ Fotogalerien plus Reisebericht, erschienen 2006 in Ausgabe 52 des Gothic-Magazines (Text & Fotos: © Andy Winkler) ~

Man sagt, der Wiener an sich hätte ein ganz spezielles Verhältnis zum Tod. Doch ist es nicht eher die Stadt selbst, die eine sehr eigene Verbindung zum Tod zu haben scheint und diese besondere Atmosphäre ausstrahlt? Immerhin – nahezu jeder Nicht-Wiener Künstler, der sich länger als sechs Monate hier aufhielt, beschäftigte sich in seiner Arbeit und seinem Schaffen mit der Thematik des Todes. Grund genug also für mich, selbst nach Wien zu reisen und diese besondere Stimmung auf mich einwirken zu lassen.

 Wann sonst käme für mich solch eine Reise in Frage, wenn nicht im Winter? Kälte, blasse Farben und karge Landschaften schienen mir ungemein geeignet, um Eindrücke von Verfall zu verstärken und den Hauch des Todes spürbar werden zu lassen.

Viel zu früh erwachte ich nach einer unbequemen Nacht, in der die Stadt in einen Mantel aus Schnee eingedeckt worden war. Der Blick aus dem Fenster ließ mich frösteln. So hüllte ich mich dick ein und zog los, um den ersten von drei Tagen mit einem Besuch im

 

Foltermuseum

zu beginnen (Fritz-Grünbaum-Platz 1, Haltestelle „Haus des Meeres“, 6 Euro). Entsprechend des Eintrittspreises war auch meine Erwartung recht hoch. In den unterirdischen Gängen eines einstigen Luftschutzkellers präsentiert das Museum die Entwicklung der Folter von der Antike bis in die Neuzeit, zeigt Arten der Folter mit ihrer Geschichte und Foltergeräte. Die starren Puppen vermittelten auf mich jedoch eher den Geisterbahn-Charakter eines Freizeitparks, als dass sie hätten einen wirklichen Schauder erzeugen können.

Für weitere Fotos den kleinen grauen Pfeil nach rechts doppelklicken, zum Vergrößern Fotos anklicken.

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Als ich wieder ins Freie trat, hatte der Winter endgültig die Stadt erobert und ein klirrend kalter Wind fegte den herabfallenden Schnee in dichten Wirbeln durch die Luft. Endlich in der warmen Straßenbahn sitzend, malte ich mir in Gedanken bereits mein nächstes Ziel aus, für welches man sich mindestens einen halben Tag Zeit nehmen sollte:
 

Der Zentralfriedhof

Der Zentralfriedhof ist nicht nur die bedeutendste Begräbnisstätte Wiens, sondern nach Hamburg-Ohlsdorf zudem der zweitgrößte Friedhof Europas (nach neuesten Berechnungen sind dort rund vier Millionen Tote begraben).

Die Residenzstadt Wien platze in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts aus allen Nähten; für die Stadtväter Grund genug, an die Errichtung eines Friedhofs zu denken, der den Anforderungen der Zukunft gewachsen sein würde. Ein passendes Grundstück war 1869 gefunden. Aus einer Wettbewerbsausschreibung für die Gestaltung des Friedhofs gingen die Frankfurter Gartenarchitekten Karl Jonas Mylius und Alfred Friedrich Bluntschli als Sieger hervor. Nach den Plänen ihres Projektes „Per augusta ad augusta“ (sinngemäß „Aus der Energie nach dem Erhabenen streben“) wurde der Friedhof errichtet und am 01. November 1874 offiziell eröffnet. Bereits am Eröffnungstag fanden 13 Beerdigungen statt, wobei zwölf der Verstorbenen aus Kostengründen in Gemeinschaftsgräbern bestattet wurden. Die erste Einzelbestattung war von Jakob Zelzer, dessen Grab noch heute existiert.

Starten sollte man die Besichtigung des Zentralfriedhofes in jedem Fall am Haupteingang (Haltestelle „Tor 2“), wo auch ich ausstieg. Noch bevor ich das riesige Eingangsportal durchtreten hatte, lockte daneben ein Stand mit Grabkerzen in allen Farben, mit Verzierungen und aufgedruckten sakralen Motiven, dem ich nicht widerstehen konnte. Im Inneren des Friedhofes angekommen führte mich ein breiter Weg zwischen den 1905 im Jugendstil errichteten Aufbahrungshallen zu den in jeder Hinsicht sehenswerten „alten Arkaden“. Deren Ziegelrohbauten wurden 1880 im Neo-Renaissancestil errichtet und drei Jahre später mit Malereien und Vergoldungen versehen. In den beiden gebogenen Arkadenbauten befinden sich insgesamt 36 Grüfte, deren Grabmäler mit Reliefs, zahlreichen Verzierungen und fast lebensecht wirkenden Skulpturen versehen sind.

Zwischen den Arkaden und der mächtigen Friedhofskirche befindet sich neben der höchsten Ansammlung von Grüften und Statuen auf dem gesamten Friedhof auch ein Großteil der Ehrengräber von bedeutenden Persönlichkeiten aus der Kulturgeschichte Wiens. Die hier bestatteten Musiker, Dichter, Wissenschaftler, Architekten, Maler, Erfinder, Schauspieler, Sportler, Mediziner und Politiker bilden einen interessanten Querschnitt durch das gesellschaftliche Leben Wiens bis in die jüngste Vergangenheit. Zur Errichtung der Ehrengräber wurden anfangs viele berühmte Persönlichkeiten, die bereits vor Errichtung des Zentralfriedhofs beigesetzt worden waren, hierher überführt. Mit die bekanntesten Ehrengräber in Gruppe 32 (links vor der Friedhofskirche) sind die letzten Ruhestätten der Komponisten Brahms, Schubert, Strauß und Beethoven, samt einem Gedenkstein für Mozart, dessen Grab sich auf dem St. Marxer Friedhof befindet.

Nach deren Besichtigungen bog ich schräg links ab und folgte einem schier endlosen Pfad zwischen Gräbern, auf denen Krähen ihre Spuren im Schnee hinterlassen hatten. Die dortigen hohen und dichten Bäume schützten mich zudem für kurze Zeit ein wenig vor Wind und Schnee. Mehrfach erblickte ich alte Gräber und vereinzelte Statuen, welche mich wiederholt dazu veranlassten, den ursprünglich gewählten Weg zu verlassen und die Richtung zu wechseln. Nach einer guten Stunde wusste ich nicht mehr wirklich, wo ich nun war. Mit Hilfe eines Plans, den man in jedem Fall bei sich führen sollte, fand ich mich jedoch schnell wieder zurecht und erreichte schließlich das Grab von „Hans Hölzel“, besser bekannt als „Falco“ (zu finden in Gruppe 40).

Ob schön oder nicht, zumindest aber besitzt Falco das wohl extravaganteste Grab auf dem Zentralfriedhof: Ein 2,30m hohes, in Glas gegossenes Falco-Foto vom „Nachtflug“-Cover, umgeben von einem 3,20m hohen Obelisken aus rotem Marmor sowie einer Basaltsäule.

Die riesigen Ausmaße des Zentralfriedhofs, welcher als erster konfessionell unterteilter Gesamtfriedhof Europas konzipiert wurde, zu Fuß zu erkunden, ist nahezu unmöglich. Die gewaltige Größe wird alleine dadurch deutlich, dass eine friedhofseigene Buslinie mit 17 Haltestellen existiert. Diese kam mir aufgrund von Wetter sowie Entfernungen nun sehr gelegen und so nutzte ich sie für eine Rundfahrt. Gesagt sei an dieser Stelle, dass der südliche Teil des Zentralfriedhofs (an der Mylius-Bluntschil-Straße gelegen) im Vergleich zum Rest relativ eintönig wirkt und sich die Gräber dort nicht wirklich von einander abheben. Der Nordteil auf der Seite des Haupteingangs ist zwar flächenmäßig kleiner (sofern man hier überhaupt von „klein“ sprechen kann), lohnt in jedem Fall aber mehr.

Ich stieg nahe der alten jüdischen Abteilung im Nordwesten aus, in welcher ich unzählige alte und mit Efeu bewachsene Grabsteine fand. Vor allem die Seitenpfade zwischen schneebedeckten Bäumen und Büschen waren sehr reizvoll.

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Es begann bereits zu dämmern, als ich meinen Weg in Richtung der alles überragenden Friedhofskirche fortsetzte. Die mächtige, fast 60m hohe Kirche zum heiligen Borromäus mit einer überdimensionalen Kuppel wurde nach vierjähriger Bauzeit im Jahr 1911 fertig gestellt. Durch einen der Ecktürme der Vorderfassade gelangte ich in die Unterkirche mit 40 Bodengrüften, welche durch ihre Bauart jedoch eher an ein Theaterfoyer, als an eine Gruft erinnerte. In der gewaltigen Oberkirche, die in den 50ern nach Zerstörungen im zweiten Weltkrieg komplett restauriert wurde, hat man ohne Zwischenstockwerk einen freien Blick bis auf die bemalte Kuppel sowie von deren Empore auf Altar und Orgel.

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Es war schon fast dunkel, als ich mit schmerzenden Füßen aber vielen Fotos in der Kamera nach fünfstündigem Aufenthalt den Zentralfriedhof verließ und mich mit der Straßenbahn auf den Rückweg machte.

 

In der Nacht sanken die Temperaturen weiter und am Morgen vor die Tür getreten, wirbelte ein Schneesturm meinen Schirm auf die Straße. Ich verschwendete einen kurzen fragenden Gedanken daran, warum ich mir solche Touren mitten im Winter eigentlich antue, um mich jedoch im nächsten Moment bereits auf den viel versprechenden Tag zu freuen; immerhin hatte ich für diesen mit der Kaisergruft, dem Bestattungs-Museum und der Michaelergruft drei Hauptbesichtigungs-Punkte eingeplant.

 

Die Kaisergruft

Die Kaisergruft, bzw. Kapuzinergruft (Tegetthoffstr. 2, Haltestelle „Karlsplatz / Oper“ oder „Albertinaplatz“, 4 Euro) wartet mit einer morbiden Schönheit auf, die an Prunk jede andere Gruft in Wien übertrifft. Kaiserin Anna, die Gemahlin von Kaiser Matthias, gab 1618 den Bau der Grabstätte in Auftrag, für den sie dem Orden der Kapuziner (daher auch Kapuzinergruft genannt) eine Kirche und ein Kloster stiftete. Das Kaiserpaar wurde 1633 als erstes in der Familiengruft der Habsburger beigesetzt; 146 Adelige, davon 12 Kaiser sowie 19 Kaiserinnen und Königinnen, haben seit dem dort ihre letzte Ruhestätte gefunden. Am beeindruckendsten ist der prachtvolle spätbarocke Doppelsarg von Maria Theresia und ihrem Gemahl, Kaiser Franz I. Stephan von Lothringen, der kaum mehr an einen Sarg, sondern eher an ein kunstvoll verziertes und mit Statuen besetztes Monument erinnert. Der letzte hier bestattete Kaiser war 1916 Franz Joseph I., die letzte Beisetzung in der Gruft 1989. Um die Zinnsärge vor Verfall zu retten, wurden seit den 50ern bis heute aufwendige Restaurierungsarbeiten unternommen. 1960 wurde die Gruft in einem Bereich unterhalb des Klostergartens erheblich erweitert.

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Das Bestattungsmuseum

Und erneut wartet Wien mit einer Besonderheit auf – denn welche andere Stadt kann schon ein eigenes Bestattungsmuseum vorweisen? Die Besichtigung des Museums (Goldegasse 19, Haltestelle „Südtiroler Platz“ oder „Belvedergasse“) ist bei freiem Eintritt im Rahmen einer Führung werktags von 12 bis 15.00 Uhr möglich. Eine rechtzeitige telefonische Voranmeldung ist jedoch erforderlich (00431/50195-0).

Das Museums-Prospekt beschreibt: „Das Bestatten der Toten war stets ein Anliegen der Gemeinschaft, das der Fürsorge für den Toten diente oder den Zweck verfolgte, den Leichnam, vor dem man Angst hatte, zu beseitigen. Dabei wurde eine Fülle von Bräuchen vollzogen, die dem Verstorbenen, aber auch seinen Hinterbliebenen zugute kommen sollten. Ursprünglich war es die Familie oder ein Gemeinschaftsverband, der die Bestattung der Toten besorgte. Später wurde diese Aufgabe den Religionsgemeinschaften übertragen, mit Beginn des 20. Jahrhunderts entwickelte sich daraus eine gewerbliche Tätigkeit.

Das Bestattungsmuseum Wien wurde im Jahre 1967 gegründet und 1987 neu konzipiert. Mit 1000 Objekten bietet es einen weltweit einzigartigen Gesamtüberblick über Totenkult und Bestattungsrituale, die Bundeshauptstadt Wien bildet dabei den Schwerpunkt. Die Thematik Sterben und Tod wird anhand der gezeigten Exponate in pietätvoller Weise als kulturelle Drehscheibe des Vergänglichen präsentiert und ein nachvollziehbarer Übergang zum heutigen Totenkult geschaffen.“

Und tatsächlich ist das Museum für jeden Interessierten einen Besuch wert. Die Führung war trotz der Thematik weder steif oder gar gedrückt, sondern lebendig und gleichzeitig kompetent gestaltet. Die Bestattungsgeschichte Wiens wurde interessant vermittelt, Details sowie Kurioses anschaulich präsentiert. Angefangen beim „Totenwecker“ gegen eine versehentliche Bestattung bei Scheintod bis hin zur „schönen Leich“ (eine Prunkbestattung vorwiegend im 19. Jahrhundert für wohlhabende Wiener Bürger nach dem Vorbild barocker höfischer Begräbnisfeierlichkeiten). Wer hätte gedacht, dass hierbei die Angehörigen der Verstorbenen erst an zweitletzter Stelle den Trauerzug begleiteten, gefolgt nur noch von den „Schaulustigen“? – Hinter Fahnenträgern, Berittenen, Kapellmeistern, Fackelträgern, Sargträgern, Ordensträgern und Kirchenvertretern, deren Kostüme und Kleidung ebenfalls im Museum zu bewundern sind.

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Die Michaelerkirche & Michaelergruft

Am Abend des zweiten Tages war ich für eine geführte Besichtigung der Michaelergruft angemeldet, welche ich (erst recht im Hinblick auf das Motto meiner Wien-Reise) in jedem Fall als ein „Highlight“ bezeichnen kann. Die verzweigte Gruft in den Gewölben unter der Michaelerkirche sollte man sich unbedingt anschauen, denn an kaum einem anderen Ort Wiens ist die „Faszination des Todes“ so stark vertreten wie hier (Michaelerplatz, Haltestelle „Herrengasse“, 4 Euro. Gruftführungen nach vorheriger Anmeldung bei Frau Rainer unter alexia@gmx.at. Das Mitführen einer Taschenlampe ist von Vorteil).

Betrachtet man die Michaelerkirche nur von außen, täuscht die klassizistische Fassade von 1792 leicht über das hohe Alter der Kirche hinweg. Der Sakralbau dürfte bereits zwischen 1220 und 1250 errichtet worden sein und im Kircheninneren entdeckt man romanische Portale und frühgotische Malereien. Doch St. Michael geht auf noch ältere Zeiten zurück; so wurde die Kirche auf einem römischen Ruinenfeld errichtet, welches in Teilen noch heute in der Gruft zu sehen ist. Einst war die Kirche von einem Friedhof aus dem 13. Jahrhundert umgeben, der 1508 aufgehoben wurde. Die Kirche blieb jedoch weiter eine begehrte Begräbnisstätte, vor allem für den Hofadel. Ab 1560 begann man mit der Errichtung von Einzelgrüften verschiedener Familien. Im 17. Jahrhundert entstand die Herrengruft, die Adeligen ohne eigene Familiengruft als Ruhestätte diente, und die Pfarrgruft, in der Kaufleute, Handwerker und kleinere Hofbedienstete beigesetzt wurden. Alle Grüfte waren ursprünglich über einen eigenen Eingang (durch eine schwere Steinplatte verschlossen) vom Kirchenraum aus zugänglich und wurden erst nachträglich miteinander verbunden. Und schaut man auf den Kirchenboden, findet man dort noch heute mehrere eingelassene Grabplatten. Nach 1783 durften in der Gruft keine Beisetzungen mehr stattfinden. Hierdurch verarmte St. Michael, dessen größte Einnahmequelle die Bestattungen waren. Um dies zu verdeutlichen sei erwähnt, dass eine Beisetzung in der Michaelergruft bis zu 40 Gulden kostete, ein Sarg nochmals bis zu 16 Gulden. Was im ersten Moment nicht sonderlich viel erscheint gewinnt um so mehr an Größe, wenn man weiß, dass zum Beispiel der Jahreslohn einer Dienstmagd etwa einen Gulden betrug.

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Altar

 

Nach einer kurzen Kirchenführung stiegen wir in die Gruft hinab, von der ich sofort mehr als angetan war. So stellte ich mir eine Gruft vor; kühl, dunkel, staubig, modrig und alt. Und inmitten unzählige, teils geöffnete Särge mit Skeletten, deren hohle Schädel jeden Besucher aus leeren Augenhöhlen zu beobachten schienen. An den Wänden standen auf Vorsprüngen Totenschädel auf gekreuzten Knochen, so auch auf manchem Sargdeckel. Einer dieser Schädel hatte am Unterkiefer Mineralablagerungen, die im Licht meiner Taschenlampe förmlich glitzerten. Selbst von den Särgen war ein jeder einzigartig: Es entsprach der Mentalität des 17. und 18. Jahrhunderts, sich den eigenen Sarg schon vor dem Ableben anfertigen zu lassen. Hierbei wurden die Särge nach Vorstellung des Besitzers meist mit Bauernmalerei und „Vergänglichkeits-Symbolen“ (hauptsächlich Gebeine, Sanduhren, abgebrochene Lebenskerzen und sakrale Motive) verziert. Zum Großteil wurden die Särge zu Lebzeiten der Besitzer nicht einfach auf dem Dachboden abgestellt, sondern als Möbelstück verwendet; so z. B. über eingelegte Bretter als Regal oder Kleiderschrank. Die Malereien waren in überraschend guter Erhaltung vor allem noch an den Seitenteilen der Särge zu bewundern (auf den Deckeln wurden sie größtenteils durch Staub zerstört).

Ein Blick in die teilweise geöffneten Särge in der Michaelergruft eröffnete nicht immer nur die darin erwarteten Skelette - einige der in der Gruft bestatteten Leichen trockneten zu Mumien, die fast wie friedlich schlafend auf mich wirkten. Die Verstorbenen wurden auf Holzspänen gelagert, welche Flüssigkeit aufsaugten. Der ständige Luftzug über die seitlichen Lüftungsschächte trug darüber hinaus ebenfalls maßgeblich zur Mumifizierung bei. Ein Teil der Mumien ist so gut erhalten, dass man neben Grabbeigaben (meist Rosenkränze und Kreuze) noch Details der Seidenkleidung, Schnallenschuhe, Gürtel und gar Perücken  sehen kann, selbst ein Rüschenkleid und umgeklappte Handschuhe (ähnlich heutigen Armstulpen). Diese Funde sind historisch insbesondere deshalb sehr wertvoll, da sich allgemein kaum weltliche originale Kleidung von Adligen aus dem 18. Jahrhundert erhalten hat.

In der so genannten „Vesperbild-Gruft“ stehen auf der rechten Seite die einzigen beiden gemauerten Särge der gesamten Michaelergruft. Auf dem größeren der beiden Särge befindet sich ein Schild mit dem Namen der Freiin Anna Polixena Krosieg, verstorben 1658. Allerdings gibt es keinen Beweis, dass sie tatsächlich darin liegt, da der Sarg niemals geöffnet wurde. Durch einen losen Ziegel erkennt man jedoch, dass sich unter der Vermauerung des größeren Sarges ein Metallsarg befindet, was auf ein Mitglied des Hochadels schließen lässt. Ob die beiden Särge wegen Infektionsgefahr oder aus anderem Grund eingemauert wurden, ist bis heute unbekannt. Trotz der im Allgemeinen düsteren Atmosphäre und obwohl Tod und Verfall hier die Besucher mit jedem Schritt begleiten, herrscht in den düsteren Gewölben dennoch eine vorwiegend friedliche Stimmung.

Von etwa 1630 bis 1784 sind laut Totenprotokoll 4000 Verstorbene in den insgesamt 25 Grüften (von denen 19 heute noch zugänglich sind) beerdigt worden. Da es jedoch nur noch 211 Holz-, 33 Metall-, und zwei ummauerte Särge gibt, stellt sich die Frage, wohin die vielen Toten verschwunden sind. Das Rätsel löste sich 1951 bei Grabungen im Mittelschiff, bei der man im Boden auf zwei Schichten Knochen und Kleidung stieß, die lediglich durch eine dünne aufgeschüttete Lehmschicht von einander getrennt waren. So weisen nur einige Familiengrüfte noch den originalen Ziegelboden auf, in den anderen Gewölben wandelt der Besucher buchstäblich auf den Überresten von Verstorbenen.

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Pressefoto

 

Viele der Särge sind bereits durch die hohe Luftfeuchtigkeit schwerstens geschädigt. Diese Situation entstand durch die Zumauerung der ursprünglich eingebauten Luftschächte, wahrscheinlich im und nach dem Zweiten Weltkrieg. Als weiteres setzt den Holzsärgen der Rüsselkäfer zu, ein eingeschleppter "Bohrwurm", der vor allem feuchtes Holz schädigt. Über Sanierungsarbeiten, für welche man dringend auf Spenden angewiesen ist, wird nun versucht, Särge und Mumien zu erhalten sowie zu restaurieren. In Reagenzgläsern eingefülltes Holzmehl eines zerfallenen Sarges aus der Gruft samt Zertifikat ist gegen eine freie Spende erhältlich.

Achtung: Die Michaelergruft ist DRINGEND auf Spenden angewiesen. Unter diesem Link kommt ihr zum Antrag zur Mitgliedschaft (pdf-Format), auf dem ihr auch die Bankverbindung für freie Spenden sowie die Kontaktadresse findet.

Am dritten Tag meines Aufenthalts in Wien hatte ich (da das sich darin befindliche Museum zwischen den Jahren leider geschlossen hatte) als Erstes einen „Fotostopp“ eingeplant:

 

Der Narrenturm

Der Narrenturm (Spitalgasse 2, Haltestelle „Lange Gasse“) wurde im Jahr 1784 unter Joseph II als „Kaiserlich königliche Irrenanstalt Wien“ eröffnet. Es handelte sich hierbei um die erste rein zur Verwahrung und Behandlung von psychisch Kranken bestimmte Anstalt Österreichs. In einer Vollmondnacht am 19. April 1784 wurde der Narrenturm (auch „Tollhaus“ und aufgrund seiner Form von der Bevölkerung „Gugelhupf“ genannt) mit psychiatrischen Patienten besiedelt. Die „Irrenanstalt“ im Narrenturm blieb bis etwa 1869 in Betrieb, in den Folgejahren wurde er unter anderem als Wohn- und Lagerturm genutzt.

Heute beherbergt der Narrenturm, welcher im hinteren Teil des Universitäts-Campus steht, das pathologisch-anatomische Bundesmuseum. Die pathologisch-anatomische Sammlung wurde bereits ab 1796 systematisch im Universitätsinstitut angelegt und diente der Lehre der Pathologie. Im 19. Jahrhundert wurde die Sammlung erheblich erweitert und umfasst heute rund 40.000 Präparate, darunter die weltgrößte Sammlung an Feucht- und Trockenpräparaten.

Nach kurzer Suche auf dem Universitätsgelände fand ich den Narrenturm, ein fünfstöckiger Rundbau mit 28 Einzelzellen an der Außenseite eines jeden Stockwerks. Generell spielte die „magische Zahl Sieben“ beim Bau offensichtlich eine grundlegende Rolle, denn nicht nur die Anzahl der Einzelzellen ist durch diese Zahl teilbar. Der wuchtige Turm selbst strahlte eine abweisende Atmosphäre auf mich aus. Kaum ein Ort, dem ich gute Genesungseigenschaften für psychisch Kranke zusprechen würde. Das Museum hat mittwochs von 15 – 18.00 Uhr, donnerstags von 08 – 11.00 Uhr und jeden ersten Samstag von 10. – 13.00 Uhr geöffnet (2 Euro).

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Ich schoss ein paar Fotos, ging anschließend zur Straßenbahn und fuhr mit ihr zurück ins Wiener Zentrum. Auf der Karte hatte ich unmittelbar neben dem Stephansdom eine Gasse entdeckt, der ich einen kurzen Besuch abstatten wollte:

 

Die Blutgasse

Die Blutgasse (Haltestelle „Stephansplatz“) mündet in die Domgasse beim Figarohaus, wo Mozart einen Teil seines Lebens verbrachte und viele seiner Werke schrieb. Links und rechts der mit Backsteinen besetzten Blutgasse klaffen Fassaden uralter Häuser in die Höhe. Sie gehören zu den ältesten in Wien, zumindest die Fundamente, welche aus dem 12. Jahrhundert stammen.

Die Namensgebung der Blutgasse ist historisch nicht belegt und es geistern um sie mehrere Legenden. Eine davon besagt, dass hier im Mittelalter Schlachträume gewesen seien, von denen das Blut durch Rinnen in die Gasse geleitet wurde und abfloss. Eine andere Sage erzählt davon, dass im Fähnrichshof im Jahre 1312 während der Auflösung des französischen Ritterordens der Tempelherren zahlreiche Templer abgeschlachtet worden seien, so dass die ganze Gasse von mit ihrem Blut getränkt war. Diese Legenden wurden jedoch von Historikern als unwahr erklärt. Im Jahre 1550 taucht erstmals der Name „Plutgessel“ auf, zuvor trug die Gasse den Namen „Kothgässel“. Im Mittelalter brachte man die Toiletten in den Innenhöfen über bis zu acht Meter tiefen Gruben an. Man kannte auch die so genannten Toilettenerker an der Hauswand, wobei die Exkremente direkt auf die Strasse oder in den Garten fielen. Aus dieser Begebenheit stammt vermutlich der ursprüngliche Name.

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Nachdem ich die enge Gasse mit den hohen Häuserfassaden durchschritten hatte, verdunkelte sich der Himmel. Ein peitschender Sturm zog auf und erneut setzte starker Schneefall ein. Wie gut, dass mein nächstes Ziel gleich um die Ecke lag:

 

Der Stephansdom

Die Anfänge des Domes (Stephansplatz, Eintritt frei, Führungen 4 Euro, Turmbesteigung 3 Euro) gehen auf das Jahr 1137 zurück, wobei an der Stelle der Kirche schon im Frühmittelalter ein Friedhof gewesen zu sein scheint. Fertig gestellt wurde die erste Kirche 1147; sie war für die damalige Stadt jedoch völlig überdimensioniert, weshalb man vermutet, dass es zu diesem Zeitpunkt schon Bestrebungen gab, sie in eine Bischofskirche zu verwandeln. 1230 – 45 entstand ein weiterer spätromanischer Bau. 1258 brach ein Brand aus, in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts wurde der Chor vergrößert und ausgebaut. 1469 wurde Wien zum Bistum und der Stephansdom dadurch zur Kathedrale erhoben. Im zweiten Weltkrieg brannte der Dom aus; er wurde wieder aufgebaut und 1952 wiedereröffnet.

Mit seinen mächtigen Säulen und hohen Deckenkreuzen stellt der Dom ohne Zweifel ein beeindruckendes Bauwerk dar. Im Vergleich zu anderen Kathedralen, wie zum Beispiel Straßburg oder Köln, ist der Wiener Domkirche jedoch anzumerken, dass manches in den vergangenen Jahrzehnten saniert und erneuert wurde. Ich hatte nicht immer den Eindruck, in einem alten, geschichtsträchtigen Bauwerk zu stehen, was jedoch wohl auch mit an den Unmengen der Besucher begründet lag. Umso mehr erhoffte ich mir eine entsprechende Atmosphäre in den unterirdischen Gewölben des Domes.

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Die Katakomben von St. Stephan

Wohl nur wenige würden es beim Schreiten auf den Bodenplatten des Stephansdomes vermuten, dass sich unter ihren Füssen eine Welt der Toten befindet. Im linken Seitenschiff befindet sich der Eingang in diese düstere Unterwelt (nur mit Führungen zu besichtigen, 4 Euro). Als ich auf die nächste Führung wartete, füllte sich der Treffpunkt zu meinem Missfallen immer mehr, was letztendlich dazu führte, dass rund 35 Personen am Rundgang durch die engen Katakomben teilnahmen. Wie sich wohl jeder vorstellen kann, ließ diese Menschenmasse in den verzweigten feuchten Gängen kaum die entsprechende Stimmung von Tod und Vergänglichkeit aufkommen. Aber auch sonst hätte sich dieses Empfinden bei mir wohl nur an den wenigsten Stellen entwickelt. Denn nach dem Abstieg gelangte man zwar zuerst in den ältesten Teil der Katakomben; dieser wurde jedoch komplett renoviert und im Rahmen dessen mit weißem Verputz und Neonlampen versehen. In keinem Fall etwas, was ich mit dem Begriff „Katakomben“ verbinden würde. Nach dem Durchschreiten einer unterirdischen Kapelle kamen wir in eine Gruft, in der sich mehrere verschlossene Kupfersärge mit den Leichnahmen von Bischöfen und Kupfergefäße befanden. Die Metallgefäße, die teils mit Kreuzen und Totenschädeln verziert waren, enthielten die Eingeweide der Habsburger (es war in Wien Brauch, die Körper der Verstorbenen zu leeren und die Innereien eingelegt in Alkohol separat zu bestatten. Die Körper der Habsburger wurden in der Kaisergruft beigesetzt). Nach einem kurzen Stopp in jener (ebenfalls neu renovierten) Gruft, in welcher die Domherren und Bischöfe hinter roten Marmorplatten bestattet sind, begaben wir uns in den zwar später erbauten, jedoch in meinen Augen weitaus interessanteren Teil der Katakomben: dunkle Gänge mit modriger Luft führten weiter ins Erdinnere bis in einen hoch gewölbten Raum, in welchem sich ein vergittertes Fenster befand. Dahinter standen verfallene Särge und aufgeschichtete Knochen, stark zerfallene Schädel starrten mich fratzengleich an. Hier löste ich mich von der Führungs-Gruppe und trottete ihr nur langsam hinterher, um zumindest den weitaus düstereren Teil der Katakomben in Ruhe anschauen zu können. Es folgten weitere Räume, die bis obenhin mit menschlichen Gebeinen angefüllt waren – ein Resultat aus vergangenen „Aufräumarbeiten“.

In der Zeit, als die Pest in Wien wütete, häufte sich die Zahl der Dahingerafften dermaßen, dass man nicht mehr imstande war, die Berge von Toten standesgemäß zu bestatten. Daher wurde vor dem Dom eine Öffnung gegraben, durch die man die Leichen ins Erdinnere beförderte. Eine der so genannten Pestgruben war im nächsten Raum zu sehen. Es handelte sich um eine kleine runde Öffnung, durch die gerade ein menschlicher Körper hindurchpasste. Der beleuchtete Hohlraum darunter war bis oben voll mit Knochen. Es gab Zeiten, in denen der Stephansdom geschlossen werden musste, weil der enorme Verwesungsgestank, welcher aus der Tiefe durch die Ritzen drang und das Kircheninnere erfüllte, nicht mehr zu ertragen war.

Nach etwa 20 Minuten kletterte ich als Letzter über die leiterartige Treppe, die auf dem Domplatz endete, ins Freie. Die Führung war interessant, aber die Menschenmenge leider viel zu groß.

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Pressefoto

 

Ursprünglich hatte ich noch eine Turmbesteigung im Dom eingeplant. Aufgrund der voranschreitenden Zeit verwarf ich dieses Vorhaben jedoch und machte mich nun auf den Weg zu meiner letzten Besichtigung an diesem Tag.

 

Der St. Marxer Friedhof

Neben dem Zentralfriedhof ist der Friedhof St. Marx (Haltestelle „St. Marx“) sicherlich eine der bekanntesten Begräbnisstätten Wiens. Dies nicht zuletzt und vor allem aufgrund seiner berühmtesten Grabstätte, von Wolfgang Amadeus Mozart. Zudem ist der St. Marxer Friedhof der einzige erhaltene Biedermeierfriedhof der Welt. 1784 wurde er im Zuge der Reformen von Joseph II eingeweiht und erst nach Eröffnung des Zentralfriedhofes 1874 wieder geschlossen. Nach einem Beschluss des Wiener Gemeinderates sollte der Friedhof 1922 in einen Park umgewandelt werden, was der Heimatforscher Prof. Hans Pemmler jedoch zum Glück verhindern konnte. In den Jahren 1936/37 wurde die Anlage in Stand gesetzt und am 22. Oktober der Öffentlichkeit zum Besuch freigegeben.

Als ich das Friedhofstor erreichte, war es merkwürdig still. Der Friedhof selbst bot ein fast schon unwirkliches, wenngleich wunderschönes Bild. Der Boden war hoch mit dichtem Schnee bedeckt, auf dem in den kleinen Seitenwegen offensichtlich bereits seit Tagen niemand mehr gegangen war. Noch heute befinden sich über 6000 Grabmale auf dem Friedhof; allesamt aus sandfarbenem Stein und wie gemalt von Schnee umgeben. Unzählige Bäume und Büsche bogen sich unter dem Gewicht des Schnees, deren feine Äste so über jedem Weg ein eigenes Tunnelgewölbe bildeten. Immer wieder verließ ich den etwas breiteren und als einzig vom Schnee befreiten Hauptweg, um dieses Bild zu genießen, während diverse Engelsstatuen auf mich nieder blickten. Nach kurzer Zeit erreichte ich das berühmte Mozart-Grab, an dem auch der schneebefreite Weg endete. Einst wurde Mozart hier in einem Armengrab (Gemeinschaftsgrab) beigesetzt. Der heutige Gedenkstein befindet sich an der wahrscheinlichen Stelle seiner Grabstätte.

Es dämmerte bereits und so ging ich in einem großen Bogen zurück in Richtung Ausgang. Am Friedhofstor angekommen musste ich jedoch feststellen, dass dieses mittlerweile verschlossen war. Ungläubig rüttelte ich an jedem der drei Griffe, jedoch tat sich nichts. „Eingeschlossen auf einem Friedhof. - Welch passender Abschluss für meine Reise durch die morbiden Ecken Wiens“, dachte ich schmunzelnd, als zwei weitere Schwarze um die Ecke kamen. Ich war mit meinem Schicksal also nicht allein. Da der Versuch übers Tor zu klettern missglückte, fanden wir nach kurzer Suche eine geeigneten Stelle an der Friedhofsmauer. So half ich beiden per Räuberleiter (an dieser Stelle einen lieben Gruß an Kai und Eva Maria aus Wien), bevor ich mich im Anschluss selbst an einem Busch entlang über die schneebedeckte Mauer hangelte.

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Mozartgrab

 

Am späten Abend machte ich noch einen Abstecher zur Discothek „The Monastery“ (Landstraßer Hauptstraße 38, Haltestelle „Rochusgasse“), in der des Öfteren auch schwarze Veranstaltungen stattfinden. Dieser Abend stand unter dem Motto „Legends of the 80’s“. Das schwarz gestrichene Gewölbe strahlte eine angenehme Atmosphäre aus, wenngleich die Musik wenige Überraschungen bot, da hauptsächlich bekannte Hits aus den Achtzigern gespielt wurden. In jedem Fall aber ein schöner Ausklang.

Einem jeden, der nach Wien reisen möchte, um dessen dunklen Orte selbst zu erkunden, seien noch folgende Ziele empfohlen (Wien ist sehr gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln vernetzt, eine Wochenkarte kostet gerade mal 12,50 Euro):

 

Der Judenfriedhof Seegasse

Nach den Pestepidemien entstand erst gegen Ende des 16. Jahrhunderts wieder eine größere Judengemeinde in Wien. Aus dieser Zeit stammt der Friedhof in der Seegasse, dessen Ursprünge sogar bis ins 14. Jahrhundert zurückgehen. Als es 1670 erneut zur Vertreibung der Juden aus Wien kam, hinterlegte der Kaufmann Koppel Fränkel 4000 Gulden, wofür sich die Stadt verpflichtete, den Friedhof zu erhalten. Es handelt sich um den ältesten Judenfriedhof Wiens.

 

Friedhof der Namenlosen

Vor Änderung des Wasserlaufs der Donau trieb am Stromkilometer 1918 ein Wasserwirbel mit großer Regelmäßigkeit neben Treibgut die Körper von Ertrunkenen an Land. Dort wurde 1854 ein Friedhof angelegt, der die nicht identifizierbaren Toten aufnehmen sollte. Da der ursprüngliche Friedhof, der heute von Bäumen überwachsen ist, immer wieder überschwemmt wurde, wurde 1900 ein neuer "Friedhof der Namenlosen" errichtet, der bis 1940 104 Tote aufnahm. Der Friedhof liegt weit außerhalb im Hafengebiet und ist schlecht zu finden; die nächste Haltestelle („Alberner Hafen“) ist etwa 20 Minuten entfernt.

Des Weiteren interessant ist der Friedhof Meidling mit seinen großen schwarzen Marmorgrabsteinen aus dem 19. Jahrhundert, der kleine evangelische Friedhof sowie der noch ältere jüdische Friedhof Währing. Und wer selbst dann nicht genug gesehen hat, dem stehen noch rund 15 weitere Wiener Friedhöfe sowie unzählige geschichtsträchtige Gebäude offen.

Wie wurde am Ende einer Führung so schön gesagt: „Natürlich hat auch der Wiener Angst vorm Tod. Doch er sieht den Tod nicht als Feind, sondern als Teil des eigenen Schattens“.
 

 


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